Material & Pflege

Verträglichkeit

Verträglichkeit

Kleidung trägt der Mensch rund um die Uhr. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich angenehm anfühlt, die natürlichen Hautfunktionen optimal unterstützt und keine gesundheitsschädlichen Substanzen enthält.

Zu den Hauptfunktionen, die Kleidung in unseren Breiten erfüllen muss, zählt eine gute Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung. Hierfür sind, entsprechend Jahreszeit, Witterung und Nutzungszweck, jeweils bestimmte Fasern und Stoffe sowie unterschiedliche Veredelungsverfahren die beste Wahl.

 

Bei Kälte oder schweißnasser Haut muss die Körperwärme durch die Kleidung zurückgehalten werden. Hierzu bieten Schafswolle und Angora, Mohair und Alpaka eine gute Voraussetzung. Auch die Stoffkonstruktion hat Einfluss auf das Wärmerückhaltevermögen. So wärmt ein mechanisch aufgerauter, voluminöser Baumwollstoff wie Flanell besser als sein glattes Ausgangsprodukt. Ähnliches gilt für Frottee, Samt und Fleecestoffe.

 

Bei hohen Außentemperaturen und geringer Luftbewegung wiederum ist Kleidung aus Baumwolle und Leinen ideal, weil diese Fasern ein geringes Wärmerückhaltevermögen haben. Ist das Gewebe dünn und locker wie Maschenwaren, ist die Luftdurchlässigkeit noch größer.  

 

Geht es in erster Linie um die Saugfähigkeit, also das Vermögen von Fasern und Stoffen,  vorhandene Feuchtigkeit aufzunehmen und zu verteilen, sind Naturfasern und Viskose eine gute Wahl. Beide nehmen Schweiß gut ins Faserinnere auf und geben ihn als Dampf nach außen ab. Dadurch wird verhindert, dass die Feuchtigkeit auf der Haut bleibt.

 

Verschiedene Faserstoffe können die Bakterienvermehrung auf der Haut mehr oder weniger stark begünstigen. In der Regel sind Chemiefasern fäulnisbeständiger als Naturfasern, sie nehmen aber weniger Feuchtigkeit auf, sodass sich auf der feuchten Haut Bakterien und Pilze vermehren können. Mitunter werden Textilien „antimikrobiell“ ausgerüstet. Diese Behandlungsmittel stehen allerdings im Verdacht, Allergien auszulösen.

 

Doch für den Tragekomfort spielen neben den Eigenschaften von Fasern, Stoffen und Verfahren auch noch andere, offensichtlichere Faktoren eine Rolle:

Sehr eng anliegende Kleidung behindert nicht nur in der Bewegungsfreiheit, sie verhindert oft die Verdunstung von Schweiß. So entstehen unangenehme Wärme- und Feuchtigkeitsstaus, die Pilze und Bakterien fördern. Außerdem können zu enge Kleidungsstücke mechanische Reizungen herbeiführen und dadurch Beschwerden auslösen.

Auch harte, kratzige Etiketten und Nähte können die Haut reizen und bis zum Ekzem führen.

 

Physikalische Hautreizungen können auch durch die Faserdicke bedingt sein. Bei grober Wolle auf der Haut verspüren viele Menschen ein unangenehmes Kribbeln oder Jucken. Eine Wollunverträglichkeit kann von reiner Nervenreizung über Hautreizung bis hin zum Ekzem reichen.

 

Mitunter gibt es auch allergische Reaktionen auf Tierhaare, die sich meist in Form von asthmatischen Beschwerden äußern. Vor allem Materialien wie Angora, Kaschmir und Kamelhaar können diese Reaktionen verursachen.

 

Menschen mit empfindlicher, reizbarer Haut sollten möglichst glatte Textilstoffe mit angenehmer Griffigkeit tragen und auf lockere, luft- und schweißdurchlässige Kleidung achten, die keine dicken Nähte, harte Etiketten oder enge abschnürende Gummibündchen hat. Neurodermitiker vertragen Baumwolle und Seide in der Regel gut, Wolle und Polyesterspinnfasern dagegen nicht.

 

Gesundheitsbeeinträchtigende Textilchemikalien wie optische Aufheller, formaldehydhaltige Kunstharze, antimikrobielle Ausrüstung, Flammschutz, Duftstoffe und Weichmacher können Allergien auslösen und stehen teilweise sogar im Verdacht, krebserregend zu sein.

Der Ausschuss für Textilien und Leder im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt nach gegenwärtigem Kenntnisstand allerdings zu dem Schluss, dass das gesundheitliche Gefährdungspotenzial durch Textilien gering ist, insbesondere dann, wenn es sich um Textilien ‚made in Germany’ handelt.

 

Herkunfts- und Beschaffenheitszeichen einer Firma oder eines Verbandes sowie anerkannte Gütesiegel stellen für den Konsumenten eine gewisse Garantie für kontrollierte Qualität dar.

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