Verträglichkeit

Kleidung und Hautverträglichkeit

Kleidung begleitet uns den ganzen Tag und liegt häufig direkt auf der Haut. Umso wichtiger ist es, dass sie angenehm zu tragen ist, Feuchtigkeit und Wärme reguliert und möglichst hautverträglich ist. Dabei spielen nicht nur die verwendeten Fasern eine Rolle, sondern auch die Verarbeitung und Passform eines Kleidungsstücks.

Wärme und Feuchtigkeit richtig regulieren

Je nach Jahreszeit und Temperatur werden unterschiedliche Anforderungen an unsere Kleidung gestellt.

Bei Kälte eignen sich Materialien mit einem guten Wärmerückhaltevermögen. Dazu gehören beispielsweise Schafswolle, Angora, Mohair und Alpaka. Auch die Verarbeitung beeinflusst die Wärmeleistung. Aufgeraute und voluminöse Stoffe wie Flanell, Frottee oder Fleece können besonders viel Wärme zurückhalten.

Bei warmen Temperaturen sind dagegen leichte und luftdurchlässige Materialien gefragt. Baumwolle und Leinen eignen sich hierfür besonders gut. Dünne und locker verarbeitete Stoffe erhöhen zusätzlich die Luftdurchlässigkeit.

Welche Materialien nehmen Feuchtigkeit gut auf?

Naturfasern sowie Cellulosefasern wie Viskose können Feuchtigkeit gut aufnehmen. Schweiß wird von der Haut aufgenommen und kann anschließend wieder nach außen abgegeben werden.

Synthetische Chemiefasern nehmen dagegen meist weniger Feuchtigkeit in ihrem Inneren auf. Je nach Material und Verarbeitung können sie Feuchtigkeit jedoch schnell von der Haut nach außen transportieren. Deshalb werden sie beispielsweise häufig für Funktionsbekleidung eingesetzt.

Wenn Kleidung die Haut reizt

Nicht nur das Material entscheidet darüber, wie angenehm sich Kleidung anfühlt. Auch die Passform und Verarbeitung sind wichtig.

Sehr enge Kleidung kann die Bewegungsfreiheit einschränken und die Verdunstung von Schweiß erschweren. Dadurch können Wärme und Feuchtigkeit auf der Haut gestaut werden.

Auch harte Etiketten, störende Nähte oder enge Bündchen können empfindliche Haut reizen. Gleiches gilt für besonders grobe Fasern. Grobe Wolle verursacht bei manchen Menschen beispielsweise ein unangenehmes Kribbeln oder Jucken.

Bei bestimmten Tierhaaren wie Angora, Kaschmir oder Kamelhaar können zudem Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auftreten.

Kleidung für empfindliche Haut

Wer zu empfindlicher oder leicht reizbarer Haut neigt, sollte besonders auf ein angenehmes Tragegefühl achten. Empfehlenswert sind glatte und weiche Stoffe sowie locker sitzende Kleidungsstücke, die Luft und Feuchtigkeit gut durchlassen.

Auch möglichst flache Nähte, angenehme Bündchen und weiche Etiketten können den Tragekomfort verbessern.

Textilien und Schadstoffe

Bei der Herstellung und Veredelung von Textilien können verschiedene chemische Stoffe zum Einsatz kommen, beispielsweise Farbstoffe, Weichmacher, Flammschutzmittel oder antimikrobielle Ausrüstungen. Einige dieser Substanzen können bei empfindlichen Personen Hautreizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Orientierung beim Einkauf können anerkannte Textil- und Gütesiegel bieten. Sie zeigen beispielsweise, dass bestimmte Anforderungen an Schadstoffe, Herstellung oder Materialqualität geprüft wurden.

Das Material allein entscheidet nicht

Ob sich ein Kleidungsstück angenehm auf der Haut anfühlt, hängt letztendlich von mehreren Faktoren ab. Material, Stoffkonstruktion, Verarbeitung, Passform und Pflege wirken zusammen. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf die Optik, sondern auch auf die Materialzusammensetzung und das persönliche Tragegefühl zu achten.

Herkunfts- und Beschaffenheitszeichen einer Firma oder eines Verbandes sowie anerkannte Gütesiegel stellen für den Konsumenten eine gewisse Garantie für kontrollierte Qualität dar.